Es waren einmal drei kleine grüne Raupen. Sie fraßen und hielten
mit ihren Raupenaugen Ausschau nach grünen Blättern. Sie fraßen und schauten
und schliefen und lebten, wie Raupen nun mal leben und sich freuen an ihrer Welt.
Bis eines Morgens das große Unglück geschah.
Eine der Raupen war über Nacht gestorben. Ganz leblos lag sie da, ganz braun.
Sie fraß nicht mehr, sie kroch nicht mehr, sie schaute nicht mehr mit ihren Raupenaugen.
Sie war tot. Große Trauer brach unter den Raupen aus.
„Nun ist sie tot“, sagten sie. „Nie mehr wird sie auf der Erde kriechen,
nie mehr die schönen, grünen Blätter fressen. Sie ist tot.
Und während die kleinen Raupen trauerten und trauerten und unglücklich
auf ihren toten Freund schauten, geschah etwas einzigartiges.
Die braune Hülle, der Kokon, brach auf, und heraus kam ein wunderschöner
bunter Schmetterling. Er entfaltete seine Flügel und flog befreit von aller Erdenschwere,
befreit von seinem Raupenleben hoch in die Lüfte.
Die anderen Raupen trauerten und klagten. Den Schmetterling hatten
sie nicht gesehen. Sie sahen nur die tote, braune Hülle.
Raupenaugen sehen keine Schmetterlinge. Raupenaugen sehen Gras,
und Blätter und Raupen, aber keine Schmetterlinge. Und die Raupen
trauerten und trauerten, und über ihren Köpfen flog der befreite Schmetterling….
