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Dalai Lama: “Nach den Attentaten nicht auf Hilfe von Gott oder den Regierungen warten”

Dalai Lama im Interview mit der Deutsche Welle: Das 20. Jahrhundert war von Gewalt geprägt, mehr als 200 Millionen Menschen sind durch Kriege und kriegerische Konflikte ums Leben gekommen. Wir erleben jetzt die Auswirkungen dieses Blutvergießens des vergangenen Jahrhunderts in unserem. Wenn wir stärker auf Gewaltlosigkeit und Harmonie achten, können wir einen Neuanfang einleiten. Aber solange wir nicht ernsthaft versuchen, Frieden zu schaffen, werden wir nur eine Wiederholung des schrecklichen Chaos erleben, das die Menschheit bereits im 20. Jahrhundert durchmachen musste.

Die Menschen möchten ein friedliches Leben führen. Terroristen haben eine begrenzte Sichtweise, einer der Gründe für die zahllosen Selbstmordanschläge. Wir können dieses Problem nicht nur mit Gebeten lösen. Ich bin Buddhist und ich glaube an die Kraft der Gebete. Aber es sind Menschen, die dieses Problem geschaffen haben, und jetzt wir verlangen von Gott, dass er es für uns löst. Das ist unlogisch. Gott würde sagen, regelt das selbst, denn ihr habt das Problem erst geschaffen.

Wir brauchen einen systematischen Ansatz, um humanistische Werte wie Einheit und Harmonie zu pflegen. Wenn wir jetzt damit anfangen, dann besteht die Hoffnung, dass dieses Jahrhundert anders als das vorangegangene sein wird. Das wäre im Interesse aller. Also lasst uns gemeinsam Frieden in der Familie und in der Gesellschaft schaffen und nicht auf Hilfe von Seiten Gottes, Buddhas oder der Regierungen warten.